Nach der Einführung des SGB II und den damit verbundenen Veränderungen des Leistungsbezuges und der Zumutbarkeitsbestimmungen hat sich die Situation für etliche Betroffene, besonders für benachteiligte Jugendliche mit Migrationshintergrund und Jugendlichen aus bildungsfernen Familien verschärft. Zwar sind zu Beginn, die von vielen Kritikern befürchtete Effekte bei Jugendlichen, wie erhöhte Suchtpotentiale, verstärkte Kriminalität nicht in der erwartenden Intensität eingetroffen, aber seit Inkrafttreten des sogenannten Optimierungsgesetzes zum SGB II im Sommer 2006 ist ein verstärktes Verweigerungspotential und Rückzugverhalten von Jugendlichen nach Sanktionierungen zu beobachten.

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass die hohe Motivationslosigkeit, die gesellschaftliche Isolierung und Stigmatisierung sowie die daraus resultierenden Probleme wie Drogensucht, Verschuldung, fehlendes Selbstwertgefühl, Initiativlosigkeit usw., in vielen Fällen durch intensive Betreuung und wertorientierte sozialpädagogische Arbeit aufgebrochen, und positiv verändert werden können. Dies ist jedoch nur durch konkrete biographische Motivationsarbeit in Gruppen und ergänzender Einzelfallhilfe unter qualifizierter Anleitung möglich. Es können, nach intensiver sozialer Betreuung, die Grundsteine für Schlüsselqualifikationen vermittelt werden und ebenso Grundsteine für soziale und berufliche Kompetenzen gelegt werden.

Ziel muss es sein, dass jede und jeder Jugendliche ein passendes, auf ihre/seine individuelle Persönlichkeitsentwicklung abgestimmtes Angebot erhält. Nur so kann die berufliche Integration auch langfristig erfolgreich sein.

In der langjährigen Arbeit von PAuL e.V. mit benachteiligten Jugendlichen in Projekten, Trainingsmaßnahmen sowie Bildungsmaßnahmen (Nachholen des Hauptschulabschlusses), werden wir immer mit den Problemen der beruflichen Zukunft und der Hoffnungslosigkeit benachteiligter Jugendlicher konfrontiert. Ausgehend von dieser Lage sieht PAuL e.V. für den Bezirk des Jobcenter Westerwald Maßnahmen für Jugendliche unter 25 Jahren als unabdingbar an.

Sozial Benachteiligte wie z.B. die Jugendlichen mit Lernbeeinträchtigungen, aus bildungsfernen Familien und/oder Jugendlichen mit Migrationshintergrund fehlen in ihrem Umfeld Anregungen, Rückhalt und gezielte Förderung. Im besonderen Maß ist die Gruppe der ausländischen Jugendlichen betroffen. Diese Jugendlichen, die die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben, über keine berufliche Erstausbildung verfügen und wegen der in ihrer Person liegenden Gründe ohne die Förderung nicht bzw. noch nicht eingegliedert werden können, sind die Zielgruppe des Projektes.

Das Leitziel der Qualifizierungsmaßnahme ist, arbeitslosen jungen Menschen die sich weder im Schulsystem noch in Ausbildung befinden durch sozialpädagogische Betreuung den Weg zur Arbeitswelt zu öffnen und die Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen. Das Prinzip dieses Projekts ist darauf angelegt, die Berufswahl- und Berufsfähigkeit zu unterstützen und zu steigern sowie den Aufbau und die Förderung einer arbeitsbezogenen Identität zur persönlichen Stabilisierung zu ermöglichen. Junge Menschen sollen in der Maßnahme nicht „versorgt“ werden, sie sollen sich in keinem wirklichkeitsfremden Freiraum befinden. Vielmehr werden durch aktive Auseinandersetzung mit den eigenen Lebensverhältnissen und der Realität der Arbeitswelt, die Eingliederung ins Arbeitsleben erleichtert und gefördert. Hinzu wird durch unterschiedliche Qualifizierungsbausteine den jungen Menschen die Möglichkeit eröffnet, ausbildungsrelevante Grundkenntnisse und -fertigkeiten sowie erste berufliche Erfahrungen zu vermitteln.

Der Fokus liegt hier auf einer individuellen Orientierung, die die Möglichkeiten, Fähigkeiten, Motivationen, soziale, kulturelle und biografische Situation der jungen Menschen mit einbezieht und ihnen passgenau abgestimmte Lösungsmöglichkeiten und Unterstützung aus dem vorhandenen Pool aufzeigt und nahe bringt (Lotsenfunktion), neue Modelle anregt und auf den Weg bringt und fördert.

Unsere Ziele

- Vermittlung von handwerklichen Grundfertigkeiten in den Bereichen Holz, Keramik, Näh- und Malerarbeiten

- Vermittlung von aktuellen sozialen, politischen, ökonomischen und ökologischen Themen

- Sensibilisierung gegen Rassismus und Diskriminierung

- Erweiterung des Berufswahlspektrums

- Entwicklung von Strategien der Konfliktbewältigung

- Heranführen an eine stabile Ausbildungs- bzw. Berufsentscheidung

- Erlangen von Fähigkeiten zur eigenverantwortlichen Lebensgestaltung und die Erweiterung von Handlungskompetenzen

- Hilfe bei der Ausbildungs- bzw. Beschäftigungssuche

 

Bei Fragen zu diesem Projekt stehen Ihnen unsere MitarbeiterInnen gerne zur Verfügung:

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Gaby Klein / Verwaltungsfachkraft

Hermann-Geisen-Str. 44
56203 Höhr-Grenzhausen
Tel.: 02624 / 950454
Fax: 02624 / 945863
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Elisabeth Dietz-Bläsner / Sozialpädagogin B.A.

Hermann-Geisen-Str. 44
56203 Höhr-Grenzhausen
Tel.: 02624 / 950454
Fax: 02624 / 945863
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Stephan Bläsner / Fachanleiter

Hermann-Geisen-Str. 44
56203 Höhr-Grenzhausen
Tel.: 02624 / 950454
Fax: 02624 / 945863
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Dieses Projekt wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Rheinland-Pfalz.

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